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Auf ein Wort mit... Lukas Daschner

Der MSV-Tross befindet sich in den letzten Zügen des Trainingslagers an der portugiesischen Algarve. Intensive Trainingseinheiten liegen hinter der Elf von Coach Torsten Lieberknecht. In zwei Testspielen haben die Zebras gezeigt, dass sie auch gegen gestandene Erstligisten bestehen können, einmal wurde unglücklich verloren, das andere Mal siegten die Duisburger verdient gegen Vitesse Arnheim. Auch Teile der Zebraherde waren in Portugal vor Ort und wir haben die Gelegenheit genutzt, um ein ausführliches Interview mit Lukas Daschner zu führen. Was er uns im exklusiven Gespräch verraten hat, könnt ihr hier lesen...

Beginnen wir doch einmal mit dem sportlichen Teil. Für dich ist es das zweite Wintertrainingslager unter Torsten Lieberknecht. Im letzten Jahr wurde von außerhalb oft die Kritik geäußert, es würde zu „lasch“ trainiert werden. Sicherlich hat dabei auch der Ligastart nur eine Woche später in diesem Fall eine Rolle gespielt - wie beurteilst du das Trainingslager in diesem Jahr?

Das Training in diesem Jahr ist komplett anders. Wir arbeiten sehr intensiv im physischen Bereich und werden hier ordentlich durchgerüttelt. An der Einheit heute konnte man das wieder sehr gut verfolgen - Junge, Junge! Trotz alledem vernachlässigen wir aber auch den taktischen Bereich in keinster Weise. Ich denke, der Trainer findet da ein sehr gutes Gleichgewicht und wir als Mannschaft können uns optimal vorbereiten und weiterentwickeln.

Du bist in diesem Jahr einer von vier gebürtigen Duisburgern im Profikader des Spielvereins. Geboren wurdest du in Beeckerwerth. Erzähl doch mal von früher. Wo bist du zur Schule gegangen? Wo wurde gebolzt? Wo hing man damals mit der Clique ab?

Die Grundschule habe ich in Beeckerwerth besucht, bevor es dann zur weiterführenden Schule nach Beeck auf die Gustav-Stresemann-Realschule ging. Nach der Schule stand vor allem das Pöhlen ganz weit oben auf der Liste. Wir sind dann immer auf einen Platz gegangen - Hühnerwiese nannten wir den - und haben gekickt. Das war noch ein richtig alter Ascheplatz… Ansonsten hab ich mich mit meinen Jungs immer in Beeckerwerth, Beeck und Laar getroffen - das war unsere Gegend.

Nach Beeckerwerth und Hamborn 07 verschlug es dich in der Jugend kurz in die ungeliebte Nachbarstadt nach Gelsenkirchen. Wie war es da unter Sebastian Hahn?

Sebastian war damals für zwei Jahre mein Trainer. Jetzt ist er mit Torsten Fink in Japan. Er ist ein super Trainer, unter dem ich damals als Kapitän auflief. Für mich ging es ab da bergauf. Willi Landgraf hat mich ein halbes Jahr später hochgezogen und dann habe ich den Sprung zum MSV geschafft.

Wie kam es dann zu dem Wechsel?

Ich war auf Schalke unglücklich. In dem Alter wollte ich auf der 10er Position spielen, die aber schon besetzt war. Als kleiner Bengel kannst du ja auch nicht zum Trainer gehen und sagen: „Trainer, lass mich auf der 10 spielen.“ Dann hat mein Vater mich dort weggeholt und zu Uwe Schubert und dem MSV gebracht. Hier wurde ich super aufgenommen und konnte meinen Weg gehen.

Im Fußball kann man noch so gut sein. Talente alleine bringen dich aber oft nicht voran, wenn man als Team nicht funktioniert. Bei euch ist es in dieser Saison eine eingeschworene Einheit. Wie würdest du Arne Sicker beschreiben?

(lacht) Schnell! Arne ist ein toller Typ und ich komme super mit ihm aus. Wir haben uns im Urlaub getroffen und was zusammen unternommen. Das gilt aber für alle aus der Mannschaft. Ich komme mit jedem persönlich super klar und freue mich, dass wir so zusammengewachsen sind. Im Vergleich zur letzten Saison ist es ja quasi ein komplett anderer Kader…

… das merkt man auch auf dem Platz und den Rängen. Knapp 14.000 Zuschauer verfolgen die Spiele im Wedaustadion. Wie habt ihr es geschafft, die ganzen Fans wieder von der Couch ins Stadion zu kriegen?

Ich denke, wir haben wegen unseres Spielstils viele Leute zurück ins Stadion geholt. Der Fußball, den wir zeigen, ist attraktiv, wir spielen offensiv und erzielen viele Tore. Wir versuchen, die Fans abzuholen und mitzunehmen. Ich hoffe, dass wir in der Rückrunde noch mehr Fans im Rücken haben werden, insbesondere direkt im ersten Spiel gegen Ingolstadt würden wir uns über noch mehr Fans im Stadion sehr freuen - immerhin spielt ja der Erste gegen den Zweiten, mehr Spitzenspiel geht nicht. Ingolstadt könnte durchaus ein wichtiges Schlüsselspiel werden.

Ich habe gesehen, ihr habt eine neue JBL-Box in der Mannschaft. Wer ist denn bei euch der Musikbeauftragte?

Bisher hat immer Stoppel die Musik vor den Spielen ausgesucht. Jetzt hat er sich aber mit Leroy abgewechselt und es gibt mehr Ami-Rap in der Kabine…

… was würdest du spielen lassen?

Puh. Ich hör solche Lieder ja auch - also manchmal. Sonst bin ich da aber eher der ruhigere Typ. Bei mir würd es wohl Beyoncé zu hören geben.

Machen wir uns nichts vor, für dich werden mit Sicherheit Angebote anderer Vereine kommen oder sind bereits da. Wie blickst du in die Zukunft? Was wäre für dich der optimale Vertrag, der dich kitzelt auch mal eine neue Herausforderung anzunehmen? Als Fußballer hast du ja nur begrenzte Zeit, um für die Zukunft vorzusorgen. Was spielt bei dir eine Rolle, eher das finanzielle oder die garantierte Spielzeit?

Da hast du Recht und da müssen wir ja auch kein Geheimnis drum machen. Klar ist es wichtig, für die Zukunft Sicherheiten zu haben - gerade auch aus finanzieller Sicht. Das Sportliche und die Rahmenbedingungen spielen aber sicherlich auch eine enorme Rolle. Ich fühle mich in Duisburg pudelwohl und bin mit der Situation und meinen Einsatzzeiten momentan sehr zufrieden. Als Fußballer willst du immer auf dem Platz stehen, weshalb mir Einsatzzeiten auch enorm wichtig sind - gerade als junger Spieler. Unter anderem deshalb habe ich ja auch meinen Vertrag in Meiderich verlängert und mache mir über andere Vereine gar keine Gedanken. Wenn irgendwann mit 35 oder so mal ein mega Angebot aus China kommt, dann geh ich da hin, aber nicht, weil es mit hier schlecht geht. Dann muss man nur einfach die Gelegenheit nutzen und sich absichern.

Lassen wir dich einmal Ivos Job übernehmen. Du bist noch jung, kennst aber viele Spieler. Wen würdest du für die nächste Saison verpflichten? Von wem denkst du, er könnte vom menschlichen wie auch vom sportlichen gut zum MSV passen und die Mannschaft weiter voranbringen?

Das ist schwer. Richtig gut finde ich Deniz Undav von Meppen. Er hat sehr gute Anlagen, einen robusten Körper und einen guten Torriecher. Ehrlich gesagt finde ich die Mannschaft aber zur Zeit genau richtig, wie sie ist. Ich denke, wenn wir länger als Einheit zusammenbleiben, können wir noch viel erreichen. Wir sind alle sehr jung und können die Entwicklung zusammengehen.

Mit welchem Auto würdest du hier gerne mal am Strand langcruisen?

Gute Frage, auf jeden Fall ein Cabrio. Ich glaube, ich würde den R8 von Audi nehmen.

… und wer aus der Mannschaft darf neben dir sitzen?

Jonas wäre mein Beifahrer. Der ist genauso autoverrückt wie ich und das würde auf jeden Fall gut passen.

Um nochmal bei Autos zu bleiben. Welche Regel in der Formel 1 würdest du ändern, um wieder mehr Spannung zu bekommen?

Ich würde das DRS-System wieder abschaffen. Damit kann man zu leicht überholen. Grade für mich als Ferrari-Sympathisant wäre es nach einer Abschaffung doch spannend. Schnelle Autos finde ich cool - war schon mal in Belgien beim Rennen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, mal selber in einem schnellen Auto um den Nürburgring zu düsen.

Wo siehst du dich selber mit 40? Bei Papa im Betrieb oder doch eher im Fußball-Business als Trainer oder Offizieller beim MSV?

Ich glaube, da gibt es viele Möglichkeiten. Es kann in den nächsten 20 Jahren noch so viel passieren. Ich würde aber sehr gerne im Fußballbereich bleiben, irgendwann mal eine Trainerausbildung machen oder was in Richtung Management, aber da gibt es noch nichts Konkretes, wie ich mir die Zukunft vorstelle.

Du bist ja nun ein waschechter Duisburger. Was findest du an Duisburg geil und welche Ecken würdest du Leuten zeigen, die sagen, dass Duisburg ja nur grau ist und nichts Schönes an sich hat.

Ich bin oft am Innenhafen. Da kann man super was essen gehen. Ansonsten bin ich gerne im Duisburger Süden oder auch mal auf der anderen Rheinseite in Homberg oder Baerl. Generell ist für mich aber Duisburg Heimat. Hier kommt meine Familie her, hier wohnen alle, - das ist das geile an Duisburg für mich.

Lukas, vielen Dank für das Interview und dass du dir die Zeit genommen hast. Viel Erfolg dir und der Mannschaft! Auf das wir in der nächsten Saison nicht mehr über die Dörfer tingeln müssen.

Autor: Marcel Eichholz
Datum: 13.01.2020
gelesen: 25 mal

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